Professionelles Wissensmanagement (WM'2003)

2.-4. April 2003, Luzern

 

11. Workshop "Integration von Wissensmanagement und Management Support Systems (MSS) - Konzepte, Standards, Werkzeuge und Anwendungen"

Das Anfang der 80er Jahre begründete Konzept der Management Support Systeme (MSS) zielt auf eine umfassende informations- und kommunikationstechnologische Unterstützung unternehmerischer Management-Aufgaben. Typische Ausprägungen sind Data Warehouses (DWH) zur integrierten Sammlung entscheidungsrelevanter Daten aus verschiedensten internen und externen Quellen, Führungsinformationssysteme zur ausnahmeorientierten Erfolgskontrolle von Management-Entscheidungen, mehrdimensionale Berichts- und Analysesysteme (OLAP, On-Line Analytical Processing) zur konsistenten Verteilung von DWH-Daten und -Funktionen innerhalb der Unternehmensorganisation, sowie Entscheidungsunterstützungssysteme (DSS, Decision Support Systems) zur modellgestützten Generierung, Bewertung und Auswahl von Entscheidungsalternativen. Die Effektivität des Einsatzes dieser inzwischen weit verbreiteten Technologien, d.h. deren Nutzen in konkreten Management-Aufgaben und -Entscheidungen, wird indes weitestgehend außerhalb der MSS bestimmt: welche Daten, Berichte und Analysen ein Entscheidungsträger (Manager) in konkreten Entscheidungsprozessen wie verwendet hat oder verwenden kann, welche Schlüsse bzw. Maßnahmen mit welchen Ergebnissen sich daraus ergeben haben oder können, wird nur selten im betrieblichen Informationsmanagement in einer für die Entscheidungsträger wiederverwendbaren Form gespeichert. Als usage metadata ist ein Teil dieser Informationen auch nur ansatzweise Gegenstand von MSS. Dies ist zum einen darin begründet, dass der Datenfluss in MSS primär retrieval-orientiert, nur lesend (non-volatile) vom MSS zum Anwender angelegt ist. Zum anderen sind die MSS-Inhalte auf gut strukturierte, zumeist quantitative Daten beschränkt. Wie erste Praxiserfahrungen belegen, reicht eine wie auch immer geartete Ausweitung der MSS-Domäne auf die explizite Abbildung und Administration des personenbezogenen, situativen und dynamischen Anwendungswissens (im Sinne eines Rückkanals vom Anwender in das MSS) nicht aus. Darüber hinaus müssen zusätzliche Hilfen für den Anwender angeboten werden, z. B. zur kontextgenauen Explizierung seines Wissens bzw. auch nur seiner Anwendungssituation. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn dieses Wissen auch unternehmensweit distribuiert werden soll.

Viele dieser Aspekte sind Gegenstand des Wissensmanagements. Die angepasste Anwendung von Konzepten und Methoden des Wissensmanagements auf den MSS-Bereich unter Berücksichtigung der spezifischen Charakteristika von MSS verspricht daher einen effizienten Weg zur Steigerung der Effektivität des Einsatzes von MSS. Dies bedeutet auch eine Steigerung des return on investment der nicht unerheblichen Aufwendungen, die von Unternehmen in den letzten Jahren für die Einführung und den Betrieb bspw. von Data Warehouses und darauf basierender Berichts- und Analysesysteme geleistet wurden.

Vorträge

  • Mario Klesse, Eitel von Maur, Florian Melchert, Universität St. Gallen: Corporate Knowledge Center als Grundlage integrierter Entscheidungsunterstützung
  • Heike Dalinghaus, Bodo Rieger, Universität Osnabrück: Konzept einer MSS-Assistenz mittels Softwareagenten
  • (Liane Haak, Universität Oldenburg: Integration eines Data Warehouse mit einem Wissensmanagementsystem am Beispiel des SAP BW und dem Knowledge Café
  • Christian Fillies, Semtation GmbH, Frauke Weichhardt, Beratung im Netz: Einsatzmöglichkeiten des Semantic Web zur Integration von Data Warehouse und Wissensmanagement (am Beispiel von SemTalk®)
  • Gunnar Hilling, Jörg Rensmann, InfoBrick GmbH: InfoBrick: Eine Software-Architektur für personalisierte Wissens-Portale

Workshopleitung

  • Prof. Dr. Bodo Rieger, Universität Osnabrück (Vorsitz)
  • Dipl.-Kffr. Heike Dalinghaus, Universität Osnabrück
  • Dipl.-Kfm. Michael Wolters, Universität Osnabrück

Programmkomittee

  • Dr. Wolfgang Behme, Oracle Deutschland
  • Prof. Dr. Peter Chamoni, Universität Duisburg
  • Prof. Dr. Dieter Ehrenberg, Universität Leipzig
  • Prof. Dr. Norbert Gronau, Universität Oldenburg
  • Prof. Dr. Dimitris Karagiannis, WU Wien
  • Prof. Dr. Hans-Georg Kemper, Universität Stuttgart
  • Prof. Dr. Wolfgang Uhr, TU Dresde
  • Dr. Eitel von Maur, Universität St. Gallen